Studieren mit Kind- Warum mein Mamaherz mit jeder Niederlage in tausend kleine Teile zerbricht

Ein kleines Lebenszeichen aus dem Lernexil…

Ende Februar hatte ich diese eine wichtige Klausur. Sie war so wahnsinnig wichtig für mich, weil es meine letzte sein sollte. Nachdem ich die Klausur hinter mich gebracht hatte, wusste ich sofort : das war nicht die letzte schriftliche Prüfung, ich werde sie wiederholen müssen. Mit diesem Wissen und riesig schlechter Laune, begann sich sofort mein schlechtes Gewissen zu melden.

Jede Klausurenphase ist, seit ich Mama bin, ein fast unschaffbarer Spagat für mich. Ein Spagat zwischen dem Lernen für die Klausuren, den Fristen, die ich zur Abgabe von Hausarbeiten einhalten muss und dem Muttersein. Der Papa und ich stecken als Paar in diesen Zeiten sowieso zurück, Zweisamkeit gibt es danach erst wieder. Alles andere kann man aber nicht einfach für eine Weile auf Eis legen, man muss funktionieren, das Kind braucht ganz viel Liebe und die Klausuren wollen geschrieben werden. Manchmal schaffe ich es nicht, so wie in dieser einen Klausur im Februar und es macht mich so traurig, wütend und ich finde es wahnsinnig ungerecht. Ich möchte nicht sagen, dass es schlimmer ist, wenn ich als Mutter durch eine Klausur falle als wenn ein andere Student nicht besteht, aber das was es mit meinen Gefühlen anstellt, habe ich vorher noch nicht in diesem Ausmaß erlebt. Eine Klausur, durch die ich durchfalle, bedeutet für mich Zeitverschwendung auf höchstem Niveau. Zuvor war es vielleicht eine Party, die ich absagen musste, Freunde die ich nicht so oft sehen konnte, wie ich wollte oder meine Lieblingsserie, die ich verpasst habe. Heute ist es die Zeit mit meinem Sohn, die ich für die Uni geopfert habe. Wie oft hätte ich mit ihm auf den Spielplatz gewollt, musste aber am Schreibtisch sitzen, wie oft musste ich sagen „Nein, Mama muss noch etwas lernen“. Und das alles für nichts. Dafür, dass ich diese Klausur nun im April erneut schreiben muss, mein Mamaherz wieder auf dem Spiel steht und mein kleiner Zaubermann zurücksteckt. Ich weiß, dass es ihm deswegen nicht schlechter geht. Muss ich lernen, dann ist der Papa da, muss Papa lernen, dann bin ich da und wenn wir beide nicht lernen, dann hat er uns zusammen und letztendlich ist letzterer Zustand am häufigsten. Dennoch kann ich ganz schwer damit umgehen, dass diese ganze Zeit am Schreibtisch umsonst war und hoffe, dass es dann im April, beim nächsten Versuch, besser läuft. Ich möchte die wenige Zeit, die ich im Moment habe mit meiner Familie verbringen oder mal Freunde sehen, deswegen bleibt mein Blog auf der Strecke, dennoch wollte ich ein kleines Lebenszeichen senden und zudem einen erneuten Einblick in das Studium mit Kind geben. Mein Fazit zum jetzigen Zeitpunkt: Studium mit Kind-never ever again…

Liebe Grüße,

Marie

4 Gedanken zu “Studieren mit Kind- Warum mein Mamaherz mit jeder Niederlage in tausend kleine Teile zerbricht

  1. lea schreibt:

    Tut mir leid zu hören 😦 nächstes mal klappt es sicher, aber das Gefühl, dass das Studium Zeit klaut, die man eigentlich mit dem Kind verbringen könnte kenne ich auch!

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      • Plumenkind schreibt:

        Darf ich denn fragen, was du studierst? Ich habe etwas von Referendariat gelesen und dachte dann, entweder Lehramt oder Jura. Ich bin momentan mit dem ersten Kind schwanger und studiere auch noch. Bin gespannt, was da noch auf mich zukommt. Ich drücke dir die Daumen für deine Bachelorarbeit!

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